Ein Video-Vortrag übers Schreiben, der Storybreaking, verrückte Autor*innen-Tipps und Regelbruch zum Thema macht.
Wie man sich manchmal das Hirn zermartert, um einen geraden Satz hinzubekommen, geschweige denn eine kohärente ganze Geschichte. Ich habe meine kleinen grauen Zellen mitunter auch schon deshalb gefoltert. Und dann ließ mir direkt eine andere Frage keine Ruhe mehr: Wie kann man diese Marter, dieses Elend des Schreibens etwas angenehmer gestalten?
Die Antwort! Kann man nicht.
Aber Tricks und Kniffe helfen einem, mal in die Gänge zu kommen und eine erste Version hinzuklatschen. Genau darüber, Gedanken zum Thema Storybreaking von anderen tollen Autor*innen und über vieles mehr habe ich in meinem Vortrag übers Schreiben an der FH Wien im März gesprochen. Wer mag kann ihn sich HIER anschauen:
Bei diesem Vortrag mit einem sehr netten Publikumsgespräch am Ende mache ich anfangs ein paar sehr alte Fässer auf. Ich rede von Dreiaktstruktur, Joseph Campbell und diversen Story Circles. Viele Leitfäden und Regeln, die dem thematisch interessierten Kopf sicherlich schon untergekommen sind. Aber auch die South Park-Macher kommen zu Wort und spätestens im zweiten Teil des Vortrags wird es richtig schön anarchistisch, wenn wir über die schönsten Beispiele fürs “Regeln brechen” reden, wie Japans “Ma” und die Meta-Ebene.
Ein wichtiger Tipp, den ich bei vielleicht nicht direkt erwähnt habe und etwas, das ich viel mehr praktizieren sollte (und hätte sollen): Trau dich, Texte auf den Müll zu werfen. Du musst nicht alles zu Ende bringen, publishen, sharen und anderen aufs Aug drücken – gerade wenn du ohnehin schon merkst, dass es einem entgleitet und die anfängliche Begeisterung vielleicht eher substanzlos war, oder einfach ein Missverständnis.
Obwohl der Vortrag gewissermaßen darauf Bezug nimmt, bei der Empfehlung von Toni Morrison “Don’t write, just because you can” und der von Bill Hader/Pixar “Be wrong fast”.
Auf jeden Fall ist das “Es einfach lassen” beim Schreiben ein Lernprozess. Der Versuch, diesen Blog hier mit einer gewissen Regelmäßigkeit zu gestalten, konfrontiert mich genau damit. Und deshalb freue ich mich an dieser Stelle festzuhalten: Ich habe bereits erfolgreich zig Posts und Artikel nicht veröffentlicht. Finally I learned to be a Quitter.
Lese- und Linksliste zum Vortrag:
x Der Weg des Künstlers – Julia Cameron
x Aristoteles – Poetik
x Jennie Jarvis – Crafting the Character ARC Hooked – Les Edgerton
x The “Therefore” and “But” Rule (Trey Parker und Matt Stone)
x Biographia Literaria – Samuel Taylor Coleridge (bzgl Suspension of Disbelief) Spiderman? Sure! The Neuroscience of Disbelief – Holland, Norman
x Ossi Nshiri (writers’ network): https://quidditylit.org
x The Hero with a Thousand Faces – Joseph Campbell
x Heldenreise repräsentiert in Native American Schlangen-Klan-Legende
x Dan Harmon erklärt Story Circle, anhand Rick & Morty-Folge
x Filmanalyse und Theorie – Peter Wuss
x Skript einsprechen für ersten “Vomit Draft”
x “Ma” japanische Philosophie der Pause
x Winnie the Pooh – A. A. Milne
x Die Unendliche Geschichte – Michael Ende